Hirudo (Blutegeltherapie)

Blutegel (Hirudo medicinalis) werden seit Jahrhunderten von Mensch und Tier zur Heilung oder Linderung genutzt. Die mindestens 450 Millionen Jahre alten Blutegel ernährten sich über lange Zeit ausschließlich von tierischem Blut und gingen im Lauf der Evolution eine Art von Partnerschaft mit den Tieren ein („Du gibst mir Blut – Ich heile Dich“).

Der Egelbiss tut nicht weh, manchmal wird er mit der Berührung einer Brennnessel verglichen. in der Regel lassen Tiere eine Blutegelbehandlung in aller Ruhe über sich ergehen. Die Blutegel können von einer Mahlzeit bis zu zwei Jahre leben.

Zu Beginn des Saugvorgangs gibt der Blutgeld betäubend und schmerzstillend wirksame Substanzen in Blut und Gewebe ab. Weitere Substanzen werden dann im Verlauf des Saugvorgangs abgegeben. Dazu gehören u. a. das gerinnungshemmende Hirudin, welches auch als konventionelles Arzneimittel eingesetzt wird, und die gewebelockernde Hyaluronidase. Auch die Wirkmechanismen weiterer Inhaltsstoffe des Blutegelsekrets konnten in den letzten Jahrzehnten mit modernen Analysemethoden aufgeklärt werden. Deren therapeutische Wirkung zeigt sich als Durchblutungsförderung, Gerinnungshemmung, Schmerzlinderung und als Entzündungshemmung.

Bereits seit einigen Jahren werden Blutegel vom Gesetzgeber als Fertigarzneimittel eingestuft, die ausschließlich in Apotheken erworben werden können.

Blutegel sind elegante Schwimmer und gar nicht eklig. Das Bild unten zeigt einige satte Egel, die sich nach getaner Arbeit im Aquarium austoben. Dies dient hier nur zur Veranschaulichung, denn gebrauchte Egel dürfen wegen der potentiellen Infektionsgefahr auf keinen Fall ein zweites Mal verwendet werden. In meiner Praxis werden gebrauchte Egel an den Zuchtbetrieb zurück gesendet, wo sie dann in einen speziellen “Rentnerteich” gesetzt werden.