Frage: Was haben Frontline und Hühnereier gemeinsam?

Antwort: Sie könnten den gleichen Wirkstoff enthalten, Fipronil !

 

Derzeit werden Millionen von Eiern zurückgerufen und vernichtet, weil Fipronil, ein Nervengift, in den Lebensmittelproduktionsprozess von Eiern gelangt ist. Auch die ersten aus bzw. unter Verwendung von Eiern hergestellten weiteren Nahrungsmittel wurden bereits zurückgerufen. Wer weiß, was noch alles folgen wird. Eine Schande!

Die Rückrufe erfolgen, weil Fipronil nicht für Tiere zugelassen ist, die für die Lebensmittelproduktion vorgesehen sind, sondern lediglich als Antiparasitikum für Haustiere. Es  ist nicht nur in dem allseits bekannten Frontline enthalten, sondern auch in vielen weiteren gängigen Antiparasitika.

Von Menschen soll dieser Wirkstoff also nicht aufgenommen werden, von Hund und Katze schon (zwar über die Haut, aber aufgenommen). Ist also schädlich für Menschen, für Haustiere aber nicht? Sehr fragwürdig, wie ich finde. Ach nein, bei Haustieren ist das ja egal, die werden ja nicht gegessen? – Was soll man davon halten? Ehrlich gesagt, ich möchte Fipronil weder in meinen Nahrungsmitteln haben, noch meine Tiere damit schädigen.

Aber jetzt kommt der Clou: Gerade aktuell befindet sich ein neues Produkt für die Behandlung von Hühnern gegen Geflügelrotmilben ganz offiziell in der Zulassung. Das enthält einen anderen, meiner Ansicht nach mindestens genauso problematischen Wirkstoff, nämlich Fluralaner. Auch Fluralaner gibt es bereits in der Kleintiermedizin und zwar unter dem Namen BRAVECTO. Das Medikament wird Hunden als Kautablette oral verabreicht, Katzen als Spot on.

BRAVECTO ist wegen seiner Nebenwirkungen sehr sehr umstritten. Viele Detailinformationen über Bravecto/Fluralaner gibt es zum Beispiel hier: http://www.artgerecht-tier.de/kategorie/ausgabe/beitrag/bravecto.html oder auch in der Facebook-Gruppe „IST BRAVECTO SICHER“.

Das neue Produkt für Hühner hat den Namen Exzolt und wird von Intervet International B.V. auf den Markt gebracht. Nach meinem Informationsstand wird die Verabreichung von Exzolt bzw. Fluralaner an Hühner über das Trinkwasser erfolgen, somit also oral. Logischerweise kann man somit davon ausgehen, dass auch Fluralaner zukünftig in unseren Lebensmitteln enthalten sein wird. In diesem Fall ist dann aber wohl nicht mit Rückrufen und auch nicht mit einer derartigen Medienkampagne zu rechnen wie dies zur Zeit der Fall ist. Zumindest muss man das vermuten, denn im Gegensatz zu Fipronil wird das neue Präparat ja eine offizielle Zulassung haben, – auch für die Anwendung an Tieren, die der Lebensmittelgewinnung dienen.

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt …

 

Informationen zur EMA-Zulassung sind hier zu finden: http://www.ema.europa.eu/ema/index.jsp?curl=pages%2Fnews_and_events%2Fnews%2F2017%2F06%2Fnews_detail_002766.jsp&mid=WC0b01ac058004d5c1